Hausarztzentrierte Versorgung
Hausarztzentrierte Versorgung (HZV, „Hausarztverträge“)
AOK-Hausarztvertrag
Anfang 2008 hat die Bundesregierung die Modernisierung des Kassenarztsystems beschlossen (GKV-Modernisierungsgesetz). Ein Punkt ist die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV, „Hausarztverträge“). Dies bedeutet, dass der Hausarzt zum „Lotsen“ werden soll, zum Koordinator aller diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen für den Patienten.
Neu daran ist auch eine Direktabrechnung zwischen Hausarztpraxis und den Kassen.
Als erste Krankenkasse hat die AOK Baden-Württemberg ihr Hausarztmodell im Oktober gestartet. Alle anderen Kassen sind per Gesetz verpflichtet, die nächsten Monate ähnliche Modelle zu entwickeln.
Die Teilnahme des Patienten erfolgt freiwillig. Neben einer qualiätätsgesicherten Versorgung sind regelmäßige und erweiterte Check-Up-Untersuchungen, Bonusleistungen, eine Abendsprechstunde bis 20 Uhr weitere Vorzüge für den Patienten. Praxisgebühr muss leider trotzdem entrichtet werden.
Um das oberste Ziel der Steuerfunktion für den Hausarzt zu wahren, verpflichtet sich der Patient, ambulante fachärztliche Leistungen nur auf Überweisung des Hausarztes in Anspruch zu nehmen (Ausnahme: Gynäkologen, Augenärzte und Notfälle). Der Patient verpflichtet sich zudem, für ein Jahr beim selben Hausarzt zu bleiben (bei wichtigen Gründen wie Umzug oder Vertrauensverlust ist weiterhin ein Wechsel möglich).
Die Teilnahme ist unabhängig von den Erkrankungen des Patienten.
Die Praxen müssen diverse Voraussetzungen erfüllen, wie ein zertifiziertes Qualitätsmanagement, Behandlung nach evidenzbasierten Leitlinien, Teilnahme an Qualitätszirkeln, eine zusätzliche Dokumentation, eine Abendsprechstunde. Eine spezielle EDV ist erforderlich.
Die HZV-Teilnahme für einen Versicherten beginnt i.d.R. im Quartal, das auf das Einschreibedatum folgt. Der Versicherte erhält von der AOK Baden- Württemberg ein Begrüßungsschreiben, in dem auch der Teilnahmebeginn genannt ist.
In gut organisierten Praxen sind die o.g. Vorteile für den Patienten ohnehin vorhanden (Kurze Wartezeiten, Abendsprechstunde, hohe Qualität der medizinischen Versorgung durch Fortbildungen und Qualitätsmanagement). Dennoch oder gerade deswegen ist es wichtig, dass möglichst alle AOK-Patienten beim Hausarztmodell mitmachen. Es entsteht Ihnen kein Nachteil, und Sie sichern die Qualität der medizinischen Versorgung.
Ein weiterer Aspekt ist, dass eine möglichst hohe Quote an teilnehmenden Patienten hilft, bei der Verteilung der Finanzen im Gesundheitssystem 2009 das Geld in Baden-Württemberg zu halten.
Wir möchten Sie dringend bitte, sich einzuschreiben!
Ihr Praxis-Team Höpfner

